Der Immobilienfachwirt ist kein Endpunkt, sondern ein Knotenpunkt. Von ihm aus führen mehrere Wege weiter – in die Führung, in die Spezialisierung, in die Selbstständigkeit oder ins Studium. Diese Seite zeigt die wichtigsten Pfade und ordnet ein, welcher für welches Ziel passt.
Erste Schritte nach dem Abschluss
Direkt nach der Prüfung erwartet die meisten ein ähnliches Muster: Der Arbeitgeber überträgt mehr Verantwortung, oft verbunden mit einer Gehaltserhöhung. Typische erste Schritte sind die Übernahme eines eigenen Objektbestands, die Leitung eines kleinen Teams oder der Wechsel in eine anspruchsvollere Funktion innerhalb des Unternehmens.
Wer den Arbeitgeber wechseln will, tut das meist im ersten oder zweiten Jahr nach dem Abschluss. Der frische Titel und die Praxiserfahrung ergeben die beste Verhandlungsposition.
Fachliche Spezialisierung
WEG-Verwaltung. Wer die Komplexität der Wohnungseigentumsgemeinschaften beherrscht, ist gefragt. Zusätzliche Zertifikate zum geprüften WEG-Verwalter vertiefen die Spezialisierung.
Gewerbeimmobilien. Büros, Handel, Logistik, Produktion – jede Asset-Klasse hat ihre eigenen Mietverträge, Betriebskostenlogiken und Bewertungsmethoden. Die Spezialisierung öffnet Türen zu institutionellen Bestandshaltern.
Sachverständige Tätigkeit. Mit weiterer Qualifikation und Prüfung kann der Fachwirt als Immobiliensachverständiger tätig werden.
Asset-Management. Die strategische Steuerung eines Portfolios ist ein eigener Karrierepfad, oft in Verbindung mit einem späteren Studium.
Bauträger und Projektentwicklung. Wer die kaufmännische Seite der Projektentwicklung beherrscht, hat in aufstrebenden Regionen viele Möglichkeiten.
Weiterbildungen auf dem Fachwirt-Abschluss
Geprüfter Betriebswirt (IHK) beziehungsweise Fachbetriebswirt Immobilien. Ein weiterer Fortbildungsschritt nach dem Fachwirt, auf DQR-Stufe 7 (Master-Niveau). Vertieft die kaufmännische Steuerung und Unternehmensführung.
Immobilienökonom. Branchenanerkannte akademische Weiterbildung mit hoher Reputation. Öffnet Türen zu Führungspositionen bei institutionellen Bestandshaltern. Anbieter sind die EBS und die IREBS.
Immobilienfachwirt plus Bachelor-Studium. Mit dem Fachwirt-Abschluss können viele Hochschulen den Zugang zu einem berufsbegleitenden Bachelor öffnen – zum Beispiel in Immobilienwirtschaft, BWL oder Facility Management.
Masterstudium. Wer schon einen Bachelor hat, kann auf einen immobilienwirtschaftlichen Master aufbauen. Angebote gibt es an Hochschulen und spezialisierten Instituten.
Führungswege im Unternehmen
Abteilungsleitung. Der Fachwirt übernimmt ein kleines Team in der Verwaltung, im Vertrieb oder im Asset-Management. Oft der erste formale Führungsschritt.
Objektleitung und Regionalleitung. In großen Verwaltungen und Wohnungsbaugesellschaften gibt es Regional- und Standortstrukturen mit eigenen Leitungsfunktionen.
Geschäftsführung kleinerer Verwaltungen. In inhabergeführten Hausverwaltungen ist der Schritt in die Geschäftsführung möglich – oft verbunden mit Beteiligung am Unternehmen.
Selbstständigkeit
Die Selbstständigkeit ist ein häufig gewählter Weg. Zwei Szenarien sind üblich.
Eigene Hausverwaltung. Der Einstieg ist kapitalarm möglich, die Kundenakquise und die ersten Jahre sind aber anspruchsvoll. Viele starten mit einem Objektbestand, den sie vom ehemaligen Arbeitgeber übernehmen oder der durch Empfehlungen entsteht.
Immobilienmaklertätigkeit. Die Maklertätigkeit ist nach §34c GewO erlaubnispflichtig. Der Fachwirt-Abschluss erleichtert die Anerkennung der fachlichen Eignung.
Gehalt und Weiterentwicklung
Mit jeder Weiterbildungsstufe und jeder Führungsverantwortung steigt das Gehalt. Wer vom Fachwirt in eine Abteilungsleitung wechselt, erreicht Gehälter zwischen 60.000 und 80.000 Euro im Jahr. Wer zum Immobilienökonom oder in eine Geschäftsführung aufsteigt, kommt in Bereiche darüber.
Häufige Fragen
Ein erster Karriereschritt nach der Prüfung ist üblich, oft innerhalb eines halben Jahres. Größere Sprünge dauern drei bis fünf Jahre.
Er ist anderer. Der Immobilienökonom ist akademischer und stärker auf institutionelle Immobilienwirtschaft ausgerichtet – aber teurer und zeitaufwändiger.
Es kommt auf das Ziel an. Wer im Konzern aufsteigen will, findet manchmal noch Vorteile. Wer in inhabergeführten Strukturen arbeitet, braucht es oft nicht.
Der deutsche Immobilienmarkt ist rechtlich spezifisch. Der Abschluss ist im Ausland weniger anerkannt, dafür ist die Praxiskompetenz übertragbar.
Nächster Schritt
Wie viel ein Immobilienfachwirt tatsächlich verdient und welche Faktoren das Gehalt beeinflussen, erfährst du auf der Seite Verdienst und Gehalt Immobilienfachwirt.