Weiterbildung

Lehrgänge Immobilienfachwirt

Welche Lehrgangsformate zum Immobilienfachwirt es gibt, was sie kosten und wie du den passenden Anbieter findest.

Der Weg zum Immobilienfachwirt führt über einen vorbereitenden Lehrgang. Wer ihn gut auswählt, lernt effizient, bleibt motiviert und besteht die Prüfung im ersten Anlauf. Wer den falschen Anbieter oder das falsche Format wählt, verliert Zeit und Geld. Diese Seite zeigt die Formate, die Anbietertypen und die wichtigsten Auswahlkriterien.

Vier Lehrgangsformate

Abendlehrgang. Der Klassiker. Unterricht zwei- bis dreimal pro Woche abends, oft zusätzlich samstags. Dauer 18 bis 24 Monate. Vorteil: Der Beruf läuft unverändert weiter, der Lehrgang findet in der Freizeit statt. Nachteil: Die Doppelbelastung ist spürbar, und wer einen anspruchsvollen Job hat, muss diszipliniert planen.

Wochenendlehrgang. Unterricht meist an zwei Samstagen pro Monat. Dauer 20 bis 30 Monate. Vorteil: Der Wochenverlauf bleibt frei. Nachteil: Die Samstage sind blockiert, und die zeitliche Streckung fordert Ausdauer.

Vollzeitlehrgang. Mehrere Monate kompakter Präsenzunterricht. Dauer vier bis sechs Monate. Vorteil: Schnell, intensiv, hohe Lerndichte. Nachteil: Der Beruf ruht, eine Finanzierung muss stehen. Eignet sich für Arbeitssuchende, Berufsrückkehrer oder Teilnehmer mit Bildungsurlaub.

Fernlehrgang. Lernen am heimischen Schreibtisch, ergänzt durch wenige Präsenzphasen. Dauer 18 bis 24 Monate. Vorteil: Höchste zeitliche Flexibilität. Nachteil: Die Eigenverantwortung ist groß, der Austausch mit Mitlernenden gering. Geeignet für disziplinierte Selbstlerner.

Vier Typen von Anbietern

Der Markt für Immobilienfachwirt-Lehrgänge wird von vier Anbietertypen geprägt.

IHK-Bildungszentren. Die Bildungszentren der IHKs sind klassische Anbieter. Sie sind organisatorisch eng mit der Prüfungsorganisation verbunden, bieten hohe Verlässlichkeit und gut eingespielte Dozenten aus der regionalen Immobilienwirtschaft. Preisrahmen meist im mittleren Bereich.

Branchenspezifische Bildungsträger. Die EBZ (Europäisches Bildungszentrum der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft) ist der bekannteste branchenspezifische Anbieter und hat einen sehr guten Ruf. Weitere Anbieter sind Akademien der Wohnungswirtschaft und Institute der Immobilienverbände.

Große Bildungsträger. Anbieter wie Dr. Buhmann, WBS und Bildungswerke der Wirtschaft haben Standorte in vielen Städten und bieten den Immobilienfachwirt als Teil eines breiten Fortbildungsprogramms.

Fernstudienanbieter. ILS, SGD, HAF und andere bieten den Immobilienfachwirt als Fernlehrgang an. Sie sind auf Selbstlernen spezialisiert und liefern umfangreiches Lehrmaterial plus Online-Tutoring.

Fünf Kriterien für die Wahl

Kriterium 1: Präsenz und Praxisanteil. Ein guter Lehrgang hat erfahrene Dozenten aus der Immobilienwirtschaft, die den Stoff an Fallbeispielen zeigen. Frage konkret nach: Wer unterrichtet? Aus welchen Bereichen kommen die Dozenten? Wie viele Praxisübungen gibt es?

Kriterium 2: Prüfungsvorbereitung. Seriöse Anbieter haben ein klares Konzept zur Prüfungsvorbereitung: Altklausuren, Probeklausuren, simulierte Fachgespräche, strukturierte Wiederholung. Frag nach, wie die letzten Wochen vor der Prüfung aussehen.

Kriterium 3: Bestehensquote. Viele Anbieter nennen eigene Bestehensquoten. Ein Wert zwischen 80 und 95 Prozent ist realistisch. Wer deutlich niedriger liegt, hat Qualitätsprobleme. Wer weit über 95 Prozent nennt, rechnet vermutlich schön.

Kriterium 4: Organisation und Service. Wie zuverlässig sind die Termine? Gibt es einen festen Ansprechpartner? Wie wird bei Krankheit oder Ausfall reagiert? Die organisatorische Seite wird unterschätzt – in einem 20-Monats-Lehrgang entscheidet sie viel.

Kriterium 5: Preis-Leistungs-Verhältnis. Die reinen Lehrgangskosten liegen zwischen 4.500 und 7.000 Euro. Dazu kommen Prüfungsgebühren von 500 bis 800 Euro, Lernmaterial und eventuell Fahrtkosten. Wer nur auf den Preis schaut, spart am falschen Ende.

Preisrahmen im Überblick

Die Preise variieren nach Anbieter, Format und Region. Typische Bandbreiten.

Abend- und Wochenendlehrgänge an IHK-Bildungszentren kosten zwischen 5.000 und 6.500 Euro. Bei branchenspezifischen Anbietern wie dem EBZ liegen die Preise im oberen Bereich, dafür auch mit hohem Renommee. Große Bildungsträger bewegen sich ähnlich. Fernlehrgänge sind oft günstiger, zwischen 3.500 und 5.500 Euro. Vollzeitlehrgänge sind wegen der hohen Lerndichte meist teurer.

Mit dem Aufstiegs-BAföG reduziert sich der Eigenanteil auf etwa ein Viertel. Mit zusätzlichem Meisterbonus und Arbeitgeberbeteiligung kann der Nettoaufwand auf nahe null sinken.

Wie du den passenden Lehrgang findest

Schritt 1: Format klären. Passt ein Abendlehrgang zu deinem Berufsalltag? Hast du Wochenenden frei? Bist du diszipliniert genug für einen Fernlehrgang?

Schritt 2: Anbieter recherchieren. Die IHK deiner Region ist ein guter Startpunkt. Zusätzlich lohnt sich der Blick auf branchenspezifische Anbieter wie das EBZ und auf große Fernstudienanbieter.

Schritt 3: Informationsveranstaltungen besuchen. Die meisten Anbieter veranstalten kostenlose Infoabende. Nutze sie, um Dozenten zu treffen, andere Teilnehmer kennenzulernen und Fragen zu stellen.

Schritt 4: Mit ehemaligen Teilnehmern sprechen. Frag im Kollegenkreis nach Erfahrungen. Bewertungsportale und LinkedIn sind weitere Quellen.

Schritt 5: Vertrag prüfen. Kündigungsfristen, Rücktrittsrechte, Verschiebungen bei Krankheit – die Details stehen im Vertrag.

Was einen guten Lehrgang im Alltag auszeichnet

Ein guter Lehrgang fühlt sich nach einigen Wochen wie eine Gemeinschaft an. Die Teilnehmer kennen sich, die Dozenten kennen die Teilnehmer, der Unterricht nimmt Bezug auf echte Fälle aus den Betrieben. In den Pausen werden Fragen diskutiert, nach dem Unterricht entstehen Lerngruppen. Wer einen Lehrgang findet, in dem diese Atmosphäre entsteht, hat den wichtigsten Vorteil gewonnen.

Häufige Fragen

Ist der EBZ-Lehrgang der Goldstandard?

Das EBZ hat einen sehr guten Ruf, besonders in der Wohnungswirtschaft. Für Teilnehmer aus anderen Bereichen der Immobilienwirtschaft kann aber auch ein IHK- oder branchenneutraler Lehrgang die bessere Wahl sein.

Kann ich während des Lehrgangs den Anbieter wechseln?

In der Regel ja, aber mit Aufwand. Die gezahlten Lehrgangsgebühren werden selten anteilig erstattet.

Brauche ich Vorkenntnisse in Immobilienrecht?

Nein, ein guter Lehrgang setzt bei null an. Praxiserfahrung hilft aber erheblich.

Kann ich den Lehrgang unterbrechen?

Bei den meisten Anbietern ja – bei Krankheit, Elternzeit oder beruflichen Gründen. Die genauen Regeln stehen im Vertrag.

Nächster Schritt

Einen Überblick über den Beruf, die Weiterbildung und die wichtigsten Fragen findest du auf der Startseite Immobilienfachwirt.