Die Weiterbildung zum Immobilienfachwirt ist kein einheitliches Paket, sondern eine Kombination aus drei Qualifikationsblöcken und sechs Prüfungsleistungen, gestreckt über 18 bis 24 Monate. Wer den Überblick früh verinnerlicht, trifft bessere Entscheidungen – über Lehrgangsformat, Lerntempo und Schwerpunkte. Diese Seite ist der Wegweiser durch die Struktur.
Drei Blöcke in der Fortbildung
Der Rahmenstoffplan gliedert sich in drei Blöcke, die zusammen die Fortbildung bilden.
Block 1: Wirtschaftsbezogene Qualifikation. Der kaufmännische Grundstock, den jede Fachwirt-Fortbildung enthält. Inhalte: Volks- und Betriebswirtschaft, Rechnungswesen, Recht und Steuern, Unternehmensführung. Wird als integrierte Klausur geprüft.
Block 2: Handlungsspezifische Qualifikation Immobilienwirtschaft. Der immobilienspezifische Kern. Inhalte: Immobilienmärkte und Marktdynamik, Immobilienverwaltung, Maklertätigkeit, Bauprojektmanagement, Steuerung des Immobilienbestands. Wird in mehreren schriftlichen Klausuren plus einem Fachgespräch geprüft.
Block 3: Ausbildereignung (AdA). Eigenständig geprüfte Qualifikation zum Ausbilder. Schriftliche und praktische Prüfung.
Sechs Prüfungsleistungen
Insgesamt sind sechs einzelne Prüfungsleistungen zu erbringen.
Leistung 1: Schriftliche Prüfung wirtschaftsbezogene Qualifikation (integrierte Klausur).
Leistungen 2 bis 4: Drei schriftliche Klausuren zur handlungsspezifischen Qualifikation Immobilienwirtschaft. Typische Schwerpunkte: Immobilienverwaltung und Bestandsmanagement, Immobilienvermittlung und Maklertätigkeit, Bauprojektmanagement und Immobilienbewertung.
Leistung 5: Situationsbezogenes Fachgespräch auf Basis einer praxisnahen Problemstellung. Vorbereitung plus mündliches Gespräch mit dem Prüfungsausschuss.
Leistung 6: AdA-Prüfung. Schriftlich (60 Fragen) und praktisch (Ausbildungssituation).
Zeitlicher Ablauf
Typischer Ablauf in einem berufsbegleitenden Lehrgang.
Monate 1 bis 10: Schwerpunkt auf dem wirtschaftsbezogenen Block und den Grundlagen der handlungsspezifischen Qualifikation. Parallel meist schon AdA.
Monate 10 bis 20: Vertiefung der handlungsspezifischen Inhalte, Fallarbeit, erste Altklausuren. Schriftliche Prüfungen meist in diesem Zeitraum.
Monate 20 bis 24: Vorbereitung auf das Fachgespräch, simulierte Situationen, Feinschliff.
Der Gesamtprüfungszeitraum erstreckt sich meist über sechs bis neun Monate.
Bewertung
Jede Prüfungsleistung wird einzeln bewertet. Bestanden ist jede Leistung mit mindestens 50 Punkten von 100. Eine Kompensation zwischen den Leistungen ist weitgehend ausgeschlossen.
Die Gesamtnote setzt sich aus den Teilleistungen zusammen, wobei die handlungsspezifische Qualifikation und das Fachgespräch das größte Gewicht haben.
Wiederholung
Nicht bestandene Prüfungsleistungen können zweimal wiederholt werden. Die bestandenen Teile bleiben bis zu fünf Jahre lang gültig, sodass nur der fehlende Teil nachgeholt werden muss.
Aufwand im Alltag
Realistische Aufwandskalkulation: Im Abendlehrgang liegen die Präsenzstunden bei sechs bis acht pro Woche, dazu kommen vier bis acht Stunden Eigenarbeit. In der Summe sind zehn bis sechzehn Stunden pro Woche realistisch – neben einem Vollzeitberuf.
In der heißen Phase vor der Prüfung verdoppelt sich der Eigenanteil. Wer diese Belastung bewusst einplant, kommt besser durch.
Warum diese Struktur?
Die Gliederung in drei Blöcke ist kein Zufall. Sie spiegelt die drei Kompetenzen, die einen Immobilienfachwirt ausmachen: kaufmännische Grundbildung, immobilienspezifische Tiefe und pädagogische Eignung. Wer an einem dieser drei Bereiche scheitert, ist nicht als Fachwirt qualifiziert.
Häufige Fragen
Nein. Nicht bestandene Teile können zweimal wiederholt werden.
Ja, sie ist Bestandteil der Fortbildung und wird für den Abschluss benötigt.
Die Durchfallquoten schwanken. Im Durchschnitt liegt die Erfolgsquote beim ersten Anlauf bei 65 bis 75 Prozent.
Fünf Jahre. Danach verfallen sie, wenn die Gesamtprüfung nicht abgeschlossen ist.
Nächster Schritt
Welche konkreten Inhalte in den einzelnen Blöcken vermittelt werden, liest du auf der Seite Inhalte der Immobilienfachwirt-Weiterbildung.