Karriere

Umschulung Immobilienfachwirt

Wie eine Umschulung in den Beruf des Immobilienfachwirts funktioniert und welche Fördermöglichkeiten es gibt.

Der Begriff „Umschulung Immobilienfachwirt" wird häufig gesucht, deckt aber zwei unterschiedliche Wirklichkeiten ab. Genau genommen ist die Umschulung eine zweite Berufsausbildung – meist zum Immobilienkaufmann. Der Fachwirt selbst ist eine Fortbildung, die auf eine Ausbildung aufbaut. Diese Seite erklärt beides und zeigt die Wege, auf denen Berufswechsler in die Immobilienwirtschaft kommen.

Zwei typische Ausgangssituationen

Situation 1: Kompletter Branchenwechsel ohne kaufmännische Ausbildung. Wer aus einem handwerklichen, sozialen oder technischen Beruf in die Immobilienwirtschaft möchte, beginnt mit einer verkürzten Umschulung zum Immobilienkaufmann – meist zwei Jahre statt der regulären drei. Erst danach kommt die Fachwirt-Fortbildung.

Situation 2: Kaufmännischer Beruf ohne Immobilienbezug. Wer schon eine andere kaufmännische Ausbildung hat, braucht keine zweite Ausbildung, sondern muss die notwendige einschlägige Berufserfahrung aufbauen. In der Praxis heißt das: Arbeitgeberwechsel in die Immobilienbranche und parallel der Lehrgang zum Fachwirt.

Umschulung zum Immobilienkaufmann

Die Umschulung zum Immobilienkaufmann dauert in der Regel 24 Monate. Sie wird von Bildungsträgern angeboten und kann in Vollzeit oder Teilzeit absolviert werden. Die Inhalte folgen dem Rahmenlehrplan der regulären Ausbildung, sind aber verdichtet.

Der Vorteil: Am Ende steht ein vollwertiger IHK-Abschluss, der alle Türen der Immobilienwirtschaft öffnet. Der Nachteil: Zwei Jahre ohne oder mit stark reduziertem Einkommen.

Förderung durch die Agentur für Arbeit

Die Agentur für Arbeit und das Jobcenter fördern Umschulungen unter bestimmten Voraussetzungen über den Bildungsgutschein.

Voraussetzungen: Arbeitslosigkeit oder drohende Arbeitslosigkeit. Der bisherige Beruf muss nicht mehr ausgeübt werden können oder erhebliche Nachteile bringen. Die Umschulung muss arbeitsmarktlich sinnvoll sein.

Was wird bezahlt: Lehrgangsgebühren, Fahrtkosten, teilweise auch Unterhalt während der Maßnahme.

Wie läuft es ab: Zunächst Beratungsgespräch mit der Vermittlerin oder dem Vermittler, dann Antrag auf Bildungsgutschein, bei Bewilligung Auswahl eines zugelassenen Trägers, Start der Maßnahme.

Der Fachwirt-Lehrgang nach der Umschulung

Nach abgeschlossener Umschulung und mindestens einem Jahr Berufserfahrung ist der Zugang zur Fachwirt-Prüfung offen. Wer strategisch plant, verbindet beide Schritte: Umschulung, erste Praxiserfahrung, dann Fachwirt-Fortbildung.

Die Gesamtdauer vom Quereinstieg bis zum Bachelor Professional in Real Estate liegt damit bei etwa vier bis fünf Jahren. Das ist vergleichbar mit einem berufsbegleitenden Bachelor-Studium.

Wer kommt für eine Umschulung infrage?

Drei typische Profile haben sich in der Praxis gezeigt.

Die Mitte-30-Umsteigerin. Hat einen handwerklichen oder sozialen Beruf erlernt, merkt nach einigen Jahren, dass sie körperlich oder emotional nicht mehr bis zur Rente durchhält, und sucht einen strukturierten kaufmännischen Berufsweg. Die Immobilienwirtschaft ist für sie attraktiv, weil sie stabil ist und Aufstiegschancen bietet.

Der Wiedereinsteiger nach Elternzeit oder Krankheit. Hat vielleicht früher eine Ausbildung abgeschlossen, nicht aber im passenden Feld. Mit einer Umschulung holt er die branchenspezifische Qualifikation nach.

Die Neuorientierung aus dem Ausland. Menschen mit nicht anerkannten ausländischen Abschlüssen entscheiden sich oft für eine Umschulung, um einen in Deutschland anerkannten Abschluss zu erwerben.

Alternative: Direkter Einstieg ohne Umschulung

Wer eine andere kaufmännische Ausbildung hat, braucht keine neue Ausbildung. Der Weg führt über einen Arbeitgeberwechsel direkt in die Immobilienbranche. Die ersten zwei Jahre sammeln einschlägige Erfahrung, parallel läuft der Fachwirt-Lehrgang. Nach der Prüfung ist der volle Qualifikationsstand erreicht.

Der Unterschied zur Umschulung: Die Person arbeitet von Anfang an in einem regulären Anstellungsverhältnis und verdient Geld, statt in einer Ausbildung zu sitzen.

Kosten und Finanzierung der Umschulung

Die Umschulung selbst kostet – anders als der Fachwirt – meist nichts für die Teilnehmer, wenn sie über die Agentur für Arbeit finanziert wird. Die anschließende Fachwirt-Fortbildung wird dann wieder über das Aufstiegs-BAföG gefördert.

Wer die Umschulung selbst finanziert, zahlt je nach Anbieter zwischen 8.000 und 15.000 Euro – allerdings kommt dieser Weg selten zum Einsatz, weil die öffentliche Förderung greift.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Umschulung und Fortbildung?

Die Umschulung ist eine neue Ausbildung in einem anderen Beruf. Die Fortbildung baut auf einer bestehenden Ausbildung auf.

Wie lange dauert die Umschulung zum Immobilienkaufmann?

In der Regel zwei Jahre, verkürzt gegenüber den drei Jahren der regulären Ausbildung.

Bekomme ich während der Umschulung Geld?

Bei Förderung über die Agentur für Arbeit gibt es oft Arbeitslosengeld oder Bürgergeld. Ein reguläres Ausbildungsgehalt gibt es bei Umschulungen in der Regel nicht.

Kann ich Umschulung und Fachwirt gleichzeitig machen?

Nein. Erst die Umschulung abschließen, dann mindestens ein Jahr Praxis, dann Fachwirt.

Nächster Schritt

Welche Prüfungen und Inhalte dich auf dem Weg zum Abschluss erwarten, erfährst du auf der Seite Ablauf, Inhalte und Prüfungen.